Schmutzige Geschäfte: Wenn Grünanlagen als Toilette genutzt werden

Immer öfter wird der Begriff Wegwerfwindeln allzu wörtlich genommen. Anstatt sie ordnungsgemaß über den normalen Hausmüll (Restmüll) zu entsorgen, landen Windeln, Toilettenpapier oder Feuchttücher neuerdings in den unterschiedlichsten Grünanlagen unserer Bestände: in begrünten Innenhöfen, auf Spielplätzen, in Parkanlagen, auf Zuwegungen. Oder Eltern schicken ihre Kinder aus Gründen der Bequemlichkeit einfach in die Büsche. All das zum Leidwesen der anderen Charlotte-Mitbewohner. Und auch die Eltern selbst müssen befürchten, dass ihre Kinder in die Hinterlassenschaften anderer Kinder treten.

„Das entspricht nicht dem genossenschaftlichen Miteinander und ist eine Respektlosigkeit gegenüber unseren Hauswarten, die diese Hinterlassenschaft entsorgen müssen. Mich macht solch ein Verhalten einfach nur fassungslos“, beschreibt Simone Blümke, Teamleiterin der Hausverwaltung Reinickendorf, ihren Gemütszustand. Wenn jemand auf "frischer" Tat ertappt wird, kann gegen die Eltern laut dem Bußgeldkatalog für Umweltschutz behördlicherseits ein Verwarnungsgeld in Höhe von 55 Euro bzw. ein Bußgeld in Höhe von 80 bis 120 Euro verhängt werden. Da wird ein schmutziges Geschäft ganz schnell zu einem teuren Spaß. Auch genossenschaftsintern werden solche Fälle verfolgt und, wenn der Appell nicht auf fruchtbaren Boden stößt, im schlimmsten Fall auch sanktioniert. Bitte scheuen Sie sich nicht, derartige Vorkommnisse der Hausverwaltung oder Ihrem Hauswart zu melden und/oder die Person direkt anzusprechen.

Heutige Windeln bestehen zumeist aus unterschiedlichsten Kunststoffkomponenten, die dazu beitragen, dass sie unter Umweltgesichtspunkten ein Problem darstellen. Von den eigentlichen Hinterlassenschaften ganz zu schweigen. 8,4 Millionen Wegwerfwindeln werden täglich in Deutschland entsorgt. Da Plastik und das angereicherte Zellstoffmaterial biologisch nicht abbaubar sind, gehören sie in die Restmülltonne!


(Foto: Annika Bolle)